Männerexemplar

Wühle ich gerade in meinem Bücherregal herum und sehe auf einem das Wort „Mängelexemplar“, doch las ich stattdessen „Männerexemplar“. Nun plagt mich der Gedanke, wie wohl solch ein „Männerexemplar“ eines Buches dem Klischee nach aussehen sollte. Denn wir wissen ja, Männer lesen nicht. Wer so denkt, stellt sich den Mann an sich vermutlich auch als tumben Barbaren vor. Also gibts dann viele bunte Bilder, einen Minimalen Wortschatz, auf jeder Seite einen Bonustoten und halbnackte Frauen? Oder lieber ein Exemplar für den Strategen und Statistiker, voller Karten, Diagramme, Schaubilder? Vielleicht noch einige Formeln? So oder so werden jegliche Emotionen getilgt. Männer fühlen nichts. Es wäre nur fair, gibt es doch in jeder Buchhandlung das Regal mit Frauenbüchern. Natürlich suggeriert das ebenso, dass Frauen nicht Teil der Gesellschaft sind, denn die allgemeine Gesellschaft liest ja alles andere und nur für Frauen muss die Extrawurst gebraten werden. Oder sind Frauen ein Teil der Gesellschaft, der bevorzugt werden muss und damit noch dazu eine eigene Niesche brauchen, in der Männer verboten sind? Eine Frage, die neulich in einem Seminar aufkam. Zeitschriften wurden kategorisiert und „Männerzeitschriften“ gab es nicht. Das waren dann Lifestylemagazine, Erotikhefte, Motorsport usw.. Frauenzeitschriften gab es reichlich. Wöchentlich, Monatlich und noch mindestens dre Unterscheidungsmöglichkeiten, die ich nun aber vergessen habe. Großer Spaß. Wo will ich hier eigentlich hin? Man weiß es nicht… jedenfalls „Männerexemplare“. Ich nehme eins. Oder auch zehn. Dann werde ich wenigstens auch aus der Gesellschaft ausgegliedert. Männer und Frauen raus, alles andere überlassen wir den Menschen dazwischen. Sollen die doch die breite Masse bilden. Und wenn doch die andere Interpretationsweise richtig ist, bin ich eben von komischen Trollen umgeben, die sich befreit fühlen, weil sie endlich mal wieder in einer frauenfreien Umgebung sind und politisch völlig unkorret „Mädchen sind doof“ schreien können. Ist bestimmt auch so ein tief vergrabenes inneres Bedürfnis, wie plötzlich sagen zu müssen, wie geil Deutschland ist und das man sich nicht mehr von all den Gutmenschen unterdrücken lässt. Wird beides bestimmt gleichermaßen interessant, wie deprimierend. Oder wir lassen den gazen Genderkram sein und ich kann Kitschromane kaufen, ohne schief angesehen zu werden. Aber vielleicht meint Männerexemplar auch einfach dieses spezielle Buch. War es doch schließlich Schwarzeneggers Biografie „Total Recall“. Männlicher geht es doch kaum.

Und kein Beitrag ohne kleine Podcastnews:
Die Feierlichkeiten zum verfrühten Jubiläum gehen weiter, es erschien ein Special über Onanie (einer unserer treuen Hörer nannte es schon die bisher beste Episode) und gerade nahmen wir drei Stunden zu Filmen und Videospielen auf. Es wird sehr schön.

Nun bin ich müde und verwirrt. Gute Nacht, liebe Welt.

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