One OK Rock live in Bonn

Es war einmal, vor vielen, vielen Monaten, als ich las, die japanische Rockband „One OK Rock“ (ich bin immer wieder begeistert, aufgrund des albernen Namens) käme nach Deutschland. Nach Köln, um genau zu sein. Das sich Menschen hier für diese Truppe interessieren, war mir gar nicht bewußt. Aber es kam ja auch die „Asian Kung-Fu Generation“, was mich noch viel mehr erstaunte und die Show war nichtmal schlecht besucht. Also warum nicht hingehen, wird schon nicht so schlecht werden. Am ersten Tag des Kartenvorverkaufs also den PC angeschaltet… die Karten waren wohl nach wenigen Minuten mehr oder weniger alle weg. Man erwählte mir von einer Warteliste. Ließ ich mich auf selbige eintragen. Wochen später: das Konzert wird in das Brückenforum in Bonn verlegt, also wird es mehr Karten geben. Die Warteliste wird abgearbeitet, ich bekomme wieder keine Karte. Wochen vergehen, ich bekomme eine Mail, ob ich immernoch eine Karte möchte. Klar doch.
Ungefähr eine Woche vor dem Konzert (welches übrigens am 24.10. stattfand) hatte ich keine Mitfahrgelegenheit und keinen Plan, wie ich nach Bonn kommen würde. Zufällig fand ich noch ein paar Mitstudentinnen, die so freundlich waren, mich auf der Hinreise zu begleiten. Als wir ankamen: Erschrecken. Es stand bereits eine riesige Warteschlange, bestehend aus komischen Gesindels, vor der Halle und ein Mädchen im Pikachukostüm stand auf einem Podest, oder so, und verkündete Benimmregeln und hielt Durchhalteparolen. Ich bin mir nicht ganz sicher, es war jedenfalls unglaublich peinlich. Und da wundert man sich noch, das japanische Bands hier nicht ernst genommen werden… am hintersten Ende der Schlange fanden sich dann aber doch einige freundliche Menschen und ich bekam eine Nachricht, eines alten Freundes, ob ich nicht auch bei dem Konzert sei, man könne sich ja mal treffen. Wunderbär!
Irgendwann ging es rein, alles problemlos, alles fein. Drinnen war auch genug Platz und ich kam weit genug nach vorn, um alles gut sehen zu können. Die Band kommt raus und gibt erstmal Gas. Zum besseren Verständnis: das Ganze ist irgendwo zwischen Rock und Hardcore, recht massentauglich und natürlich nicht ohne Balladen und ähnlichen Schmonz. Ich mag die langsamen Lieder wirklich nicht sonderlich, da sie, meiner Meinung nach, nicht sonderlich viel Gefühl vermitteln. Zurück zum Konzert: gespielt wurden halt vor allem die schnelleren, härteren Stücke, ausschließlich von den letzten 3 Alben (es gibt noch 3 ältere, die jedoch komplett ignoriert wurden), mit Schwerpunkt auf dem Neuesten (kommerziellsten 😉 ). Toller Sound (wenn zu Anfang auch der Gesang noch etwas leise war), eine gut gelaunte Band, die famos zusammenspielte und ein erstaunlich spaßiges Publikum. Alles gut. Mir persönlich ist der Sänger etwas zu sehr gekünstelter Popentertainer und als dann alle mit deutschen Ansagen dran waren… seine wichtigste Botschaft war, mit den deutschen Mädchen Sex haben zu wollen. Er selber sieht aber aus wie ein zwölfjähriger Junge, mit angeklebtem Kinnbärtchen, das nichtmal weiss, was Sex ist. Immerhin bekam er dafür einen Hello Kitty-Höschen auf die Bühne geworfen, welches beim Abschließenden Liebeslied einen Mikroständer im Hintergrund zierte.
Die anderen Musiker wirkten dann auch deutlich „echter“, emotionaler und versprühten reichlich Charme. Bei einem kleinen, instrumentalen Zwischenstück merkte man auch mal, das die ihre Intrumente auch spielen können. Aber wenn man sich ständig im Kreis dreht und rumspringt, wird es schwer, technisch schwierige Sache auf der Gitarre zu spielen.

Das wird nun sicherlich nicht meine Lieblingsband (dafür habe ich viel zu sehr den Eindruck, sie hielten sich zu Gunsten der Verkaufszahlen zurück), aber es war ein wirklich tolles Konzert (der Star der Show war aber letztendlich der (Bass-)Drumsound). Das muss man ihnen einfach lassen. Und natürlich versprachen sie, bald wieder da zu sein. Ich gehe wohl wieder hin.

Setlist:

  1. Ending Story??
  2. Deeper Deeper
  3. Nothing Helps
  4. Answer Is Near
  5. C.h.a.o.s.m.y.t.h.
  6. Let’s take it someday
  7. Jibun ROCK
  8. Clock Strikes
  9. Liar
  10. Be the light
  11. Re:make
  12. NO SCARED
  13. Kanzen Kankaku Dreamer
  14. The Beginning
  15. Wherever you are (Zugabe)

Lustiges Detail am Rande: der Bruder des Sängers ist ebenfalls Sänger und dessen Band macht das Gleiche, in dezent härter.

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