„Ich warte hier auf Harald Schmidt“

Es war ungefähr Mitte der 90er Jahre. Irgendwo in einem kleinen Dorf in Deutschland standen einige Kinder an der Bushaltestelle und warteten auf den Bus, welcher sie zur Schule fahren würde. Während sie warteten und sich unterhielten sahen sie aus einem Haus einen Mann kommen. Er sprach sie an: „Entschuldigung, habt ihr zufällig einen Kanister Benzin?“. Natürlich hatten sie keinen Kanister Benzin. Was sollten Kinder denn auch damit in der Schule anfangen? „Habt ihr denn vielleicht was zu rauchen?“ Und wieder verneinten die Kinder, waren sie doch alle brave Nichtraucher. Dezent enttäuscht zog der Herr von dannen und verschwand wieder im Haus. Oben im ersten Stock, wo sich seine Wohnung befand, öffnete sich ein Fenster. Dinge fielen hinaus und zerschellten auf der Straße. Bevor den Kindern bewußt wurde, was dort gerade passierte, erhellte ein komisch flackerndes Licht seine Behausung. Er kam erneut heraus. Einen Klappstuhl in der einen, eine Axt in der anderen Hand. Auf der anderen Straßenseite stellte er den Stuhl auf, setzte sich drauf und betrachtete seine, in Flammen stehende, Wohnung. Eins der Kinder lief los, um die Feuerwehr zu rufen. Er sah sich weiter das Spektakel an. Feuerwehr und Polizei trafen ein und kümmerten sich sowohl um ihn, als auch um das Feuer. Ein Polizist fragte, was er dort mache. Seine Antwort: „Ich warte hier auf Harald Schmidt, damit der ein Interview mit mir macht.“
Harald Schmidt kam nicht.

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5 Antworten zu „Ich warte hier auf Harald Schmidt“

  1. monsterklatsch schreibt:

    Ich glaube jeder kennt die Tage, an denen man sein bisheriges Leben mit Benzin und Streichholz sanieren möchte. Auch sich aus kontemplativen Gründen auf den Klappstuhl zu setzen um den reinigenden Flammen zuzusehen, ist manchmal etwas womit ich mich gut anfreunden könnte.
    Aber wie zum Geier sollte man auf den Trichter kommen ausgerechnet auf Schmidt zu warten? DAS ist gestört. Und für die persönliche Abreise ist die Axt auch ungeeignet. Entweder sollte es ein Stück festes Seil sein, oder ein Flugticket nach Guazuela, bzw. etwas Bargeld um bis zum nächsten Trapistenkloster zu kommen.

  2. monsterklatsch schreibt:

    Ich wohne wohl in einer ungewöhnlich langweiligen Gegend…
    M.

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