Offline!

Es ist schon eine lustige Sache. Man hat ja so sein geregeltes Leben und ein großer Teil davon ist mitlerweile im Internet. Klar, nicht bei jedem aber sehen wir der Realität ins Auge: ich schreibe hier einen blog, du liest ihn, wir sind quasi beide verloren. Ein Tag ohne Internet ist komisch, oder?
Nun bin ich aber gerade für einige Zeit bei meinen Eltern. Hier gibt es kein WLAN sondern nur einen PC mit Internetanschluss, den ich ausschließlich nachts ungestört benutzen kann. Ja, ich habe ein Smartphone aber erstens ist hier in der Wildnis der Empfang so schlecht, das es keinen Spaß macht, zweitens habe ich so nach wenigen Tagen den Gigabyte Traffic verbraten und die Verbindung wird langsamer geschaltet. Also nicht das hier der Geschwindigkeitsunterschied auffallen würde…
Aber mit solchen Einschränkungen ändert man eben doch seinen üblichen Tagesablauf, zumal man sich umgebungsbedingt sowieso etwas umstellen muss. Bei Mutti steht eben Punkt 11 das Mittagessen auf dem Tisch. Egal ob ich hungrig bin oder (wie übliche) noch schlafe.
Jedoch merke ich schnell, dass plötzlich mehr Zeit da ist. Eigentlich ja nicht aber man ist eben doch weniger abgelenkt. Man macht Sachen, die man sonst eher weniger macht und es ist doch irgendwie auch recht entspannt so. Obwohl ich seit Tagen schon Rückenschmerzen habe. Ein Zeichen für mangelnde Entspannung? Und auch wenn ich hier sowieso höchst unregelmäßig schreibe, sehe ich nun regelmäßig die Ideen für Blogeinträge davonfliegen und verpuffen. Piff! Heute hörte ich z.B. einen Podcast über Feminismus. Mir kamen Gedanken und Ideen und ich hätte hier sicherlich einen ewig  Roman darüber schreiben können. Doch: Piff! Was bleibt ist die Erkenntnis, das ich anscheinend Feminist bin. Schon allein weil mich alle meine Ex-Freundinnen in ein extrem konservatives Männerbild pressen wollten („du gehst arbeiten und schaffst das Geld ran, ich bleibe daheim und habe ein entspanntes Leben“) und ich mir jedes Mal dachte: „Geh mir weg mit deinen vorsintflutlichen Ansichten! Wenn du mich mal heiraten willst, bewegst du deinen faulen Hintern besser auch zur Arbeit!“
Und so vergehen hier halt die Tage. Ich bin ja großer Routinefan aber es fühlt sich schon ganz gut an, mal wieder, zumindest kurzfristig, anders zu leben, andere Dinge zu sehen und zu machen und einfach mal die Gewohnheiten zu wechseln (wenn ich meine Eltern besuche, verfalle ich ganz schnell wieder in Gewohnheiten von vor vielen Jahren und alle hier glauben, ich hätte mich gar nciht verändert).
Man sollte einfach viel öfter was neues probieren, mehr auf die Gewohnheiten zu verzichten bzw. Neues machen als Gewohnheit einführen. Wäre doch vielleicht ein Plan: mindestens einmal im Monat was völlig ungewöhnliches machen. Im großen Stil! Oder einfach im Alltag auf kleine Ungewöhnlichkeiten zurückgreifen. In der Bar um die Ecke um den Tisch krabbeln zum Beispiel.
Aber ich glaub ich les jetzt erstmal ein Buch. Nicht aufregend aber Abenteuer genug für diese Uhrzeit.

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