Coaltar of the Deepers live!!!!

Ja, mal wieder zu einem Konzert gegangen. Kurzfassung: es war gar wunderschön!

Langfassung:

Es gibt da diese Band names Coaltar of the Deepers. Die feiern dieses Jahr 20jähriges Bestehen und keine Sau kennt sie. Also rein musikalisch gesehen wohl zumindest nicht für jedermann. Aber ich sage mal: eine der großartigsten Bands überhaupt. Und wer was anderes behauptet ist doof! So!

An sich ist die Truppe offiziell nur noch zu zweit, der Rest wurde über die Jahre diverse Male ausgetauscht und der Rest der Band geht momentan wohl offiziell als Gastmusiker durch. Bleiben also der große Boss der Bande, welcher Narasaki heißt und ebenfalls bei den hier vorher schonmal erwähnten Tokusatsu spielt. Ein ziemliches Unikum, das sich hier komplett ausleben darf und eigentlich alles von Pop, Elektro bis psychodelischen Rock, Shoegaze und Deathmetal verwurstet. Dazu kommt dann noch Kanno, der eigentlich eher im Hintergrund zu bleiben scheint aber ein ziemliches Monstrum am Schlagzeug ist. Als Aushilfen kamen dann heut noch dazu:

Akira Nakayama, der hoffnungslos unterschätzte Gitarrenmensch von Plastic Tree (der ja mitlerweile aussieht als wäre er ein ganz, ganz finsterer Gangster).

Koji, ebenfalls Gitarrist und spielt normalerweise bei der großartigen Hardcoreband Cocobat.

Und am Bass Kenjiro Murai, von Berufs wegen schwerst gestörter Frickler bei Cali≠Gari (Der wiederum mitlerweile aussieht wie eine alte Metalsau. Liegt vielleicht an seiner Zeit bei den Sex Machineguns).

Jedenfalls hab ich mich da schon ganz doll drauf gefreut und vor wenigen Wochen hieß es dann „fällt eventuell aus, der Narasaki hat sich den Oberschenkel gebrochen, als er daheim eine Treppe hinunter fiel“. Letztendlich hat er sich dann aber doch noch auf die Bühne geschleppt und nahm auf einem Stuhl, auf einem kleinen Podest platz, wo er lieblich sang oder inbrünstig schrie und grunzte. Nebendran stand ein Tischchen mit Getränken und einigen anderen Dingen, die er zu sich nahm. Ich tippe mal auf Schmerzmittel und Ähnliches. Hing dann auch mal in längeren Instrumentalpassagen etwas benommen rum, hat aber grundsätzlich eine grandiose Show geliefert und sichtlich alles gegeben. Mehr kann man ja kaum wollen. Nur konnte man ihm ansehen das es offensichtlich keine gute Idee ist den Takt auf den Oberschenkeln mitklopfen zu wollen, wenn einer davon gebrochen ist. Der Rest der Truppe hat ordentlich Gas gegeben und gerade gegen Ende gaben Kenjiro und Koji ein doch recht amüsantes Duo ab. Nur der kleine Akira hat sich etwas in seiner Ecke verkrochen.

Ach ja, nochmal zurück! Ich war natürlich wieder zeitig da (um genau zu sein als Zweiter, nach einem dicken Mädchen) und wieder hat es nichts gebracht, weil wie immer Einlass strikt nach Kartennummer ablief. Aber gut, ich hatte die 72. Da konnt ich noch gut den Merchandisestand plündern und mich dann gemütlich in die zweite Reihe stellen.

Aber zurück zum Konzert! Der Sound war insgesamt super. Man konnte alles gut hören und es war gerade so laut, das es mächtig gebollert hat, mir aber nicht der Kopf platze. Nur war zu Anfang der Gesang etwas leise aber das wurde nach einer Weile behoben. Was die Setlist anggeht gabs erstmal nur Songs vom neusten Album (was ja letzt auch schon wieder schlappe 4 Jahre her ist) und auch wenn es absolut fantastisch ist dacht ich mir doch einen Moment lang „och nö, die vergessen doch jetzt hoffentlich nicht die alten Sachen“ und quasi in dem Moment kam prophet proved, was so in etwa eines der großartigsten Lieder generell ist und alle Zweifel hatten sich erledigt. Natürlich gabs noch die tolle aktuelle Single dear future und natürlich können bei 6 Alben und 14 EPs nicht alle Wünsche erfüllt werden aber zu beanstanden gab es eigentlich nicht. War halt insgesamt etwas mehr auf die Omme als beschaulich und liebreizend aber damit kann ich gut leben. Lustig war dann auch der einzige andere Ausländer (den ich sah) der irgendwann schrie ob sie denn auch Wünsche entgegen nehmen und er wäre ja schon 42 und wär seit ewigen Zeiten Fan und wenn sie doch heute einmal für ihn das The Cure Cover „killing an arab“ spielen würden, könne er glücklich und in Ruhe sterben und das wäre ja gut fürs Karma. Narasaki hat letztendlich etwas verwirrt drein geblickt, sah auf die Setlist und meint „das nächste Lied ist… (dramatische Pause) hyper velocity„. Ebenso wurde für die Zugabe das Publikum gefragt was es denn hören wolle. Irgendwer schrie nach „mars attacks!“, das abgelehnt wurde weil es wohl zu böse sei. Stattdessen wurde nochmal alles mit „fastest draw (dream man 2)“ platt gewalzt. Ansonten gabs halt Klassiker wie C/O/T/D, unlimber, receive assimilation (in der ca. 12 Minuten Version inkl. Videoprojektion), Cell usw. nur eben schwerpunktmäßig „Yukari Telepath“ und dafür wurden „No thank you“ und „the visitors from deepspace“ doch ziemlich vernachlässigt. Dabei wären Dinger wie „joy ride“ und „Blink“ großartig gewesen aber man kann eben nicht alles haben. So gab es etwa 2 Stunden fantastische Musik. Da kann man ja nun nicht meckern.

Nachtrag: ich stelle mit erstaunen fest das sogar die T-Shirts passen und nicht in japanischen Kindergrößen sind. YAY!

 

Nachtrag 2:

Setlist gefunden!

1)downfall
2)Zoei
3)wipeout
4)water bird
5)hedorian forever
6)prophet proved
7)DEAR FUTURE
8)my speedy sarah
9)snow again
10)Recieve Assimilation
11)hyper velocity
12)entreaty
13)cell
14)unlimber
15)submerge
16)c/o/t/d
17)aquarian age
en1)FASTEST DRAW

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3 Antworten zu Coaltar of the Deepers live!!!!

  1. Henry schreibt:

    Schöner Text! Freut mich, dass Du ein großartiges Konzert erleben durftest!
    Ich freu mich auch aufs Black Keys Konzert im Frühjahr. Hab ich richtig Bögge drauf.
    Konzerte sind einfach super. Am besten mal wieder selbst eins geben …. hö hö höööö

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